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Presseinformation der Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL), Wien, 24. November 2011
Studie zum Schienengüterverkehr - erste Erkenntnisse vorgestellt
Die von der BVL Österreich und der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr beauftragte Studie "Bedeutung des Schienengüterverkehrs für Standortqualität, Effizienz und Leistungsfähigkeit der verladenden Wirtschaft sowie ein nachhaltiges Verkehrssystem in Österreich" wird in Kürze fertig gestellt. Erste Ergebnisse wurden bereits von DI Roman Stiftner, Präsident der BVL Österreich und WKÖ-Fachverbands-geschäftsführer für Bergbau, Stahl und NE-Metallindustrie sowie Mag. Alexander Klacska, WKÖ-Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr und Mitglied des Vorstandes der BVL, im Rahmen einer Pressekonferenz präsentiert.Die von WIFO und Joanneum Research erstellte Studie fokussiert die Entwicklungen des Schienengüterverkehrs und deren Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort, auf die Energie- und Umweltbilanz und auf das Verkehrsaufkommen. Dabei wurden Unternehmensbefragungen und Experteninterviews durchgeführt.
Anschlussbahnförderung wird halbiert "Über Anschlussbahnen werden mehr als zwei Drittel des innerösterreichischen Schienenverkehrs abgewickelt. Mit 2013 droht eine Halbierung der Förderung für Anschlussbahnen von 15 auf 7,5 Millionen Euro. Die produzierende Industrie in Österreich braucht funktionierende Anschlussbahnen", betonte Stiftner. "Anschlussbahnen sind als wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Verkehrsstrategie zu erhalten, geplante Förderungskürzungen zu überdenken. Mit einer direkten Beladung von Waggons am Firmengelände sowie dem Entfall kostspieliger Zwischentransporte und Umladevorgänge am Terminal wird die Effizienz gesteigert", hielt Stiftner die Vorteile hinsichtlich Kosten und Energiebilanz fest. Wenn man die Förderung der Anschlussbahnen reduziere, gehe langfristiges und mit hohen Investitionen verbundenes Engagement von Unternehmen verloren und es kommt zu einer Verschlechterung der CO2 Bilanz. Stiftner erinnert, dass die Bahn viele Vorzüge aufweist, nachhaltig ist und für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort unerlässlich ist.
Nebenbahnen und Schienengüterverkehr in der Fläche nach-haltig sichern Im Sinne der Planungssicherheit der verladenden Unternehmen und des effizienten Mitteleinsatzes des Infrastrukturbetreibers müsse rasch ein Konzept für den Schienenverkehr in der Fläche erstellt und umgesetzt werden, forderte Spartenobmann Klacska. "Bei regionalen Neben-bahnen-Infrastrukturen sollten auch die Möglichkeiten zu Effizienz-steigerungen bei Bau und Erhaltung gegenüber Vollbahnen aus-geschöpft werden". Zur Aufrechterhaltung der Nebenbahnen seien entsprechende Betriebskonzepte für den Personen- und Güterverkehr zu erstellen, die effiziente Verkehre auf den Strecken ermöglichen. Es könnte in Zukunft auch sinnvoll sein, Nebenbahnen in die Verantwortung von regionalen Gebietskörperschaften wie z.B. Bundesländer zu geben. Damit lässt sich eine bessere Deckung zwischen Verantwortung für Infrastruktur/Dienstleistung und Nutznießern dieser Infrastruktur-/Dienstleistung erreichen. Die Konzepte sollten jedenfalls zusammen mit den potentiellen Betreibern, den betroffenen verladenden Unter-nehmen und den Bezirken und Gemeinden entwickelt werden.
Schienengüterverkehr als Gesamtsystem sehen und stärken "Die Eisenbahn muss als Netz betrachtet werden. Wenn einzelne Teile des Netzes z.B. durch Stilllegung von Nebenbahnen oder Güterverladeterminals ausfallen, wird das Gesamtsystem geschwächt, weil auf den verbleibenden Strecken auch der Verkehr des auf-gelassenen Streckennetzes wegfällt", betonte der Spartenobmann. Das erhöhe wiederum die Kosten pro Fahrt und mache den Verkehrsträger unattraktiver. Daher müsse bei jeder potentiellen Reduktion von Infrastruktur auch deren Auswirkungen auf die anderen Teile des Netzes genau evaluiert und berücksichtigt werden.
Lückenschluss und kleine Projekte stärken das System Derzeit wird bei der Eisenbahninfrastruktur vor allem in Großprojekte investiert, deren volkswirtschaftlicher Nutzen die hohen Kosten nicht immer rechtfertigt. Mit einem Bruchteil dieser Investitionssummen könnte eine Vielzahl kleinerer Projekte durchgeführt werden, deren Nutzen oft höher wäre. Dazu gehört auch die ausreichende Leistungsfähigkeit und Verfügbarkeit von Terminals und Verschub-knoten. "Auch mit kleineren Projekten kann es gelingen, einen Lückenschluss zu schaffen, in dem Terminals und Verschubknoten modernisiert und Engpässe beseitigt werden", empfahl Stiftner. In diesem Zusammenhang wird auch eine Stärkung der Phyrn-Schober-Achse und deren Logistikknoten gefordert. Deren Engpässe könnten hier vergleichsweise günstig beseitigt werden. Diese Strecke könnte sich als wichtiger Nord-Süd Korridor etablieren und Oberösterreich und die Steiermark besser an Adria bzw. nördliche Häfen anbinden.Wenig erfreulich entwickle sich aus der Sicht der Branche die Abgaben-belastung für die Mobilitätsbetriebe. Laut einer Branchenberechnung wird die Straßengüterbeförderungs-branche 2012 mehr als 660 Mio. Euro an verkehrsspezifischen Steuern und Abgaben zu leisten haben.
Ihre Ansprechpartner für Rückfragen:
DI Roman Stiftner, Präsident der Bundesvereinigung Logistik Österreich Seitenhafenstraße 15, 1020 Wien Tel.: 43 1 615 70 55, Email: r.stiftner@bvl.at www.bvl.at
Mag. (FH) Stefan Ulz, Geschäftsführer der Bundesvereinigung Logistik Österreich Seitenhafenstraße 15, 1020 Wien Tel: 43 1 615 70 55, Email: s.ulz@bvl.at www.bvl.at
Pressekontakt: Sabine Lukas | PR und Marketing Agentur Tel.: 43 664 1593 494, Email: sabine.lukas@lukas-pr.com www.lukas-pr.com
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