BVL Österreich Nachlese: Transport der Zukunft, SPAR Marchtrenk
State of the Art-Veranstaltung, 29. Februar 2012
Das Kernteam des BVL Regionalbüros Mitte (Salzburg und Oberösterreich), vertreten durch Hermann Költringer, Managing Director Business Development and Sales Quehenberger Logistics, und Ing. Martin Gleiss, Leiter Konzernlogistik und Warenfluss SPAR Österreichische Warenhandels-AG, sowie Dr. Marcus Einbock, Projektmanager Quehenberger Logistics GmbH, luden unter dem Motto „Transporte der Zukunft" zur State of the Art Veranstaltung bei SPAR Marchtrenk.
SPAR Österreichische Warenhandels-AG
Zahlen, Daten und Fakten zur SPAR präsentierte Mag. Thomas Fellner, Leiter der SPAR-Zentrale in Marchtrenk: Das Kerngeschäft der SPAR ist der Groß- und Einzelhandel mit Lebensmitteln und Nicht-Lebensmitteln des täglichen Bedarfs. Neben eigenen Filialen gehört noch etwa die Hälfte der rund 1.500 Standorte selbst-ständigen Kaufleuten. SPAR ist mit 38.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern größter privater österreichischer Arbeitgeber und mit rund 2.700 Lehrlingen Österreichs größter Lehrlingsausbildner. Aus den sechs regionalen Großhandels-Zentralen in Dornbirn, Wörgl, Marchtrenk, St. Pölten, Wels, Graz und Maria Saal werden die Märkte beliefert.
SPAR setzt Zeichen: Qualitätsmanagement und Logistik
SPAR betreibt aktive Qualitätssicherung und -förderung: So wird mit der IFS Zertifizierung im Sommer 2012 das alte Qualitätsmanagementsystem HACCP abgelöst. Der International Food Standard (IFS), von großen Lebensmittelproduzenten und -Zulieferern eingeführt, bringt die im Lebensmittelsektor üblichen gegenseitigen Kontrollen auf eine einheitliche Linie. Dabei übertreffen die Kriterien des IFS alle im europäischen Raum geltenden gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen und haben auch bei SPAR zu neuen Resultaten geführt.
Klimaschonende Mobilität
„Mit dem Einsatz des ersten 26-Tonnen-Vollhybrid-Lkw wird eine neue Ära der Logistik eingeläutet", meinte Martin Gleiss. SPAR setzt den „Luxus-LKW" mit Radarsystem, Dachheizung und Rundumkamera für klimaschonende Lebensmittelbelieferungen für die Auslieferung innerhalb der Stadt Wien ein. Hier, im Stadt-gebiet kann das Hybrid-System seine vollen Vorteile ausspielen. Einerseits dadurch, dass unter 30km/h keine Lärm-Emissionen vom Motor stattfinden und andererseits dadurch dass im Stopp and Go-Betrieb einer Stadtauslieferung der höchste Effekt bei der Treibstoffreduktion stattfindet. Durch konsequenten Leichtbau wiegt der Vollhybrid-LKW um 150 kg weniger als ein Standard-Serien-LKW. Der Treibstoffverbrauch im Vergleich zu einem Referenz-LKW von 37 Liter liegt nach den ersten drei Monaten bei 31,5 Liter auf 100 Kilometer.
Transport der Zukunft - Ist Elektroantrieb mit Vollhybrid-LKWs die Lösung?
Einen Überblick über mögliche alternative LKW-Antriebskonzepte gab Dr. Marcus Einbock, Projektmanager bei Quehenberger Logistics. Ressourcenverteuerung bzw. -verknappung bringt konventionelle Antriebs- und Treibstoffkombinationen immer stärker unter Druck. Gas-, Wasserstoff-, Elektro- und Hybridantrieb sowie der Einsatz von Biokraftstoffen stehen jedoch im Spannungsfeld zwischen CO2-Reduktion, Leistung und Kosten.
Fazit: Wie Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft im Straßen-güterverkehr aussehen werden, ist zurzeit noch unentschieden. Bei einer reinen Kosten-Nutzen-Betrachtung hat sich noch kein alternatives Antriebskonzept oder Kraftstoff als so vorteilhaft dargestellt, dass andere Optionen nicht mehr in Frage kämen. Die Politik steht zudem vor einer mehrdimensionalen Opti-mierungsaufgabe. Neue Antriebe und Kraftstoffe sollen umwelt- und klimafreundlich sein. Gleichzeitig sollen sie aber auch sicher und leistbar bleiben. Auf der anderen Seite ist die etablierte Dieseltechnologie technisch noch keineswegs ausgereizt und stellt für jede Alternative oder Antriebskombination auf absehbare Zeit eine echte Herausforderung dar.
Da sowohl Fahrzeug- als auch Kraftstoffindustrie international aufgestellt sind, versprechen nationale Alleingange wenig Erfolg. Gleichwohl wird der beherrschende Antriebs-Kraftstoff-Mix für den Straßengüterfernverkehr 2030 voraussichtlich ein verbesserter Dieselantrieb mit nachhaltigem Biokraftstoff und optimierter Fahrzeugtechnologie sein.