Frischer Wind und langjährige Erfahrung haben das Potenzial, die ideale Kombination aus Antrieb und Orientierung zu bilden. Claudia Vogel-Daniel weiß, wie Führung idealerweise Brücken über die Generationenkluft baut.
„Neue Besen kehren gut und alte wissen, wo der Dreck liegt.“ Dieser genauso humorvolle wie bewährte Spruch zeigt, wie das Zusammenspiel zwischen erfahrenen Mitarbeitenden und dem frischen Wind der Youngsters funktionieren kann. Doch dies in der Praxis umzusetzen ist oft nicht trivial – besonders da bisher im stabilen Umfeld der Fokus auf Effizienzen und KPIs gut funktioniert hat, im immer volatiler werdenden Rahmen dies nun aber nicht mehr gegeben ist. Denn der einzig sichere Faktor ist, dass jeden Tag neue Herausforderungen und Überraschungen warten. Das Vorbereiten auf das Unvorbereitetsein wird damit zum täglichen Brot. Und dafür ist der Mensch unerlässlich, weiß Claudia Vogel-Daniel, Founder von cvd-consulting.


KI oder HI
Immer mehr Mitarbeitende über 50 verlassen Unternehmen – aus unterschiedlichen Gründen. Adäquat nachbesetzt werden die Stellen oft nicht. Zu groß scheint die Verlockung, zu versuchen, den Menschen durch KI zu ersetzen. Doch die Logistik ist in Daueranspannung und sieht sich aktuell unzähliger Herausforderungen unterschiedlichster Couleur gegenüber. Von der geopolitischen Lage über Digitalisierung bis hin zum Fachkräftemangel. Was sie alle eint: ohne den Menschen und seine Human Intelligence HI sind sie nicht zu bewältigen – Automatisierung ist nicht umsetzbar und auch auf die herrschende Instabilität kann nicht ausreichend eingegangen werden. Der Mensch fehlt damit an allen Ecken und Enden.
Führung baut Brücken
Heutzutage braucht es daher eine neue Art des Leaderships. Eine erfolgreiche Führungskraft ist grundsätzlich interessiert am Menschen, nicht vorrangig am persönlichen Erfolg. Für sie steht außerdem das Team im Fokus – ohne steile Hierarchien. Sei schlau und umgib dich mit Menschen, die noch schlauer sind, lautet die Devise. Denn es geht darum, als Unternehmen gesamtheitlich erfolgreich zu sein, um sowohl den wirtschaftlichen Erfolg als auch die Mitarbeitenden abzusichern. Gefangen im Hierarchie-Dschungel verliert man jedoch an Schnelligkeit und Dynamik. Nur KPIs zu verfolgen und die Menschen danach aufzustellen funktioniert in der modernen Arbeitswelt nicht mehr. Führungskräfte müssen viel mehr Brücken bauen. Es gilt, ins Machen zu kommen und die Dynamik des Spannungsbogens zwischen vier verschiedenen Generationen zu nutzen, um neue Ansätze für neue Herausforderungen zu finden.

People For People
Dieser Mindset-Shift ist essenzieller Baustein für Resilienz und Zukunftssicherheit des Sektors. Ihn nachhaltig in der Praxis zu installieren als alleinige Aufgabe von Human Ressources zu betrachten, greift jedoch zu kurz. Es ist eine strategische Führungsaufgabe, die im Fachbereich umgesetzt sowie gelebt werden muss. Ob Mitarbeitende stabil bleiben und sich innovativ einbringen oder Dienst nach Vorschrift machen, liegt in den Händen der Führungskräfte. Mitarbeitende gezielt zu qualifizieren ist zunächst aufwendig, langfristig betrachtet ist es jedoch der Schlüssel zum Erfolg. Denn wer aktiv und innovativ sein will, kann nicht im dauerhaften Fire-Fighting-Mode verweilen. „Mitarbeitenden genauso wie die Logistik können heutzutage nicht mehr als Kostentreiber betrachtet werden. Es benötigt hingegen ein Umdenken hin zu entscheidenden strategischen Hebeln für die Weiterentwicklung von Unternehmen“, ist Claudia Vogel-Daniel überzeugt.