Alles ist möglich. Aber nix is fix. Schon Rainhard Fendrich beschrieb in seinem Song treffend eine Volatilität, der sich auch die Logistik zunehmend gegenübersieht. Fjolla Doko über die drei Trends, die den Sektor in diesem Wandel besonders bewegen.
Die zahlreichen Herausforderungen der letzten Jahre haben deutlich gezeigt, dass Flexibilität und Resilienz heutzutage absolut entscheidend sind für nachhaltigen Erfolg und Zukunftsfitness. Zählte früher Stabilität, so stehen heute Dynamik samt Anpassungsfähigkeit mit einem Quäntchen Kreativität an oberster Stelle – auch in der Logistik. Das Ziel: Nicht nach einer Veränderung zurück zum Ausgangszustand zu finden, sondern im Wandel stetig besser zu werden und ihn proaktiv mitgestalten. Laut Fjolla Doko, Global Commodity Manager bei Alstom, lauten die Steps To Future Readiness daher: agieren, realisieren, perfektionieren.
Made in EU
Seit März 2026 ist der Industrial Accelerator Act der Europäischen Kommission veröffentlicht – mit dem Ziel, unter anderem durch den Schutz strategischer Lieferketten und schnellerer Genehmigungsverfahren die Nachfrage nach kohlenstoffarmen, in Europa hergestellten Technologien und Produkten zu steigern. Der Anteil der verarbeitenden Industrie am BIP der EU soll damit bis 2035 auf mindestens 20 Prozent steigen. „Made in EU“ soll zudem zu mehr Resilienz sowie weniger Abhängigkeit von den globalen Geschehnissen führen. Die Frage lautet folglich nicht, ob Unternehmen sich verändern müssen, sondern wie sie den Wandel selbst formen. Im Fokus stehen auch für Österreich als Drehscheibe und resilienter Industriestandort mit starker Ausgangslage und dichtem Logistikökosystem folgende 3 Trends:
- KI in der Supply Chain
Viele Unternehmen sind bereits bemüht, Künstliche Intelligenz in ihre zukünftige Geschäftstätigkeit zu integrieren. Richtig eingesetzt hat sie das Potenzial, Risikofrüherkennung und prädiktive Planung zu ermöglichen. - 3D-Druck in der Ersatzteillogistik
Im Sinne optimierter Effizienz und Reaktionszeit wie auch kommerziell hat die Ersatzteillogistik in der Industrie großen Einfluss – besonders auch auf langlebige Produkte. Sämtliche Teile lagernd zu halten ist mit hohen Kosten verbunden. Elektronisch gespeicherte Konstruktionszeichnungen hingegen, die innerhalb von 24 Stunden 3D-gedruckt werden, eröffnen neue Möglichkeiten in der Handhabung und Kostenstruktur.
- Dekarbonisierung
Generell ist Dekarbonisierung über den gesamten Produktionsprozess und damit den kompletten Scope der Emissionen (Scope 1-3) hinweg Top Thema. Nicht nur im Endprodukt, sondern bereits bei Lieferanten und Logistik ist Sustainable Thinking unerlässlich.
Truly Human Based
Trotz durchaus tech-lastiger Fokusthemen rücken der Mensch sowie zeitgemäßes Leadership verstärkt in den Mittelpunkt. Denn auch wenn die Technologie voranschreitet: Es ist derzeit noch der Mensch, der Input gibt und Output prüft. Gerade in einer Arbeitswelt, die mehrere Generationen vereint, gilt es, die Balance zu finden und Menschen miteinander zu verbinden. Gefragt sind daher Führungsskills, die emotionale Intelligenz gekonnt mit Fachexpertise paaren. Ziel ist ein Leadership Mindset, das nicht nur kennzahlen-, sondern wahrlich menschenbasiert agiert. Denn Anpassungsfähigkeit und Offenheit sind nicht nur der Schlüssel für erfolgreiche Prozesse- und Technologieanwendung, sondern auch für den menschlichen und kulturellen Fit.

Resilienz oder Effizienz?
Ist in diesem Fall kein Entweder-oder, sondern ein Zusammenspiel der Dimensionen. Unternehmen, die nur auf Effizienz setzen, müssten bei der ersten Disruption ein Mehrfaches leisten, um wieder dem Ausgangszustand nahezukommen. „Für nachhaltigen Erfolg sollten heutzutage Resilienz in allen Aspekten sowie Veränderung als Konstante der Normalstatus sein – nicht mehr die immerwährende Stabilität“, ist Fjolla Doko sicher.
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