Der Informationsaustausch entlang der Supply Chain ist bereit für umfassende Digitalisierung samt Vernetzung, ist Martin Bachmann überzeugt. Ziel: Aus Ladungsträgerdaten Optimierungspotenziale sowie fundierte Entscheidungen ableiten.
Eine voll digitalisierte Lieferkette, Waren, die wirklich immer ankommen – vollständig, unversehrt, am richtigen Ort und genau zur richtigen Zeit. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es derweil tatsächlich auch noch. Denn die dazu benötigte digitale Supply Chain ist heute noch nicht durchgehend realisiert. Auf dem Weg der Güter von Unternehmen zu Unternehmen sind die individuellen Systeme und Silos meist bereits gut aufgestellt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die gesamte Lieferkette digital ist, denn zwischen Warenausgang, Transporteur und Wareneingang fehlt oft noch viel an Kontext. Das Optimierungspotenzial liegt nun in der Vernetzung von Ladungsträgern, um das durch ihre Bewegungen gewonnene Wissen entlang der gesamten Lieferkette verfügbar zu machen, weiß Martin Bachmann, Regional Sales Director DACH bei CLC.


Immer mit dabei
Um der Lieferkette essenziellen Kontext zu geben, kommt eine integrierte Lösung umfassend Hardware, Konnektivität, Daten und Support sowie das Travelling Asset Network als Enabler zum Einsatz. Die eine Konstante, die die Assets durch die gesamte Supply Chain begleitet, ist der Ladungsträger. Ob Palette, Kiste oder Gitterrollwagen: sie reisen von Beginn an mit. In der digitalen Supply Chain erhält jeder Ladungsträger daher eine digitale Identität. An jedem Connected Point of Interest wie Lager, Filialen oder Umschlagshubs werden Informationen der Assets empfangen. Damit bewegen sich die digitalen Assets sichtbar und verfolgbar durch die Kette. Der wahre Mehrwert liegt jedoch darin, aus den Punkt-Informationen Muster, Erkenntnisse und Optimierungspotenziale abzuleiten.
Mind The Gap
Die Lücke zwischen den Systemen zu schließen, eröffnet somit eine Vielzahl an Möglichkeiten: Ein lückenloser Übergang zwischen Produzent, Versender, Transporteur und Empfänger führt zu weniger Missverständnissen sowie einer faktenbasierten Diskussion. Der Ladungsträgertausch wird transparenter, mit reduziertem manuellem Aufwand und weniger Verlusten. Der prozessual bedingte Stille-Post-Effekt durch das wiederholte Weitergeben von Informationen in der analogen Welt entfällt in der digitalen Welt. Daten stützen zudem die Erfahrungswerte samt dem bewährten „Bauchgefühl“ und ermöglichen eine seriöse Abschätzung von Mengen und Bedarfen. Zusammengefasst realisiert die Digitalisierung des Informationsaustauschs für alle Beteiligten eine Senkung der operativen Kosten, erhöhte Verfügbarkeit und Auslastung sowie eine faktenbasierte Grundlage für fundierte strategische Entscheidungen.

Reisefertig
Entscheidend ist, die Digitalisierungsreise ehestmöglich zu starten, weiß Martin Bachmann. Seine Tipps an den Logistik-Sektor daher:
- Große Ziele, kleine Schritte
Für Unternehmen empfiehlt es sich, in der Vision so groß wie möglich zu denken, und dennoch pragmatisch in kleinen Schritten zeitnah in die Umsetzung zu kommen. Denn Digitalisierung lässt sich nicht von heute auf morgen implementieren.
- Step By Step
Die Basis bildet die Sichtbarkeit der Assets, die sich durch die Kette bewegen. Das System sollte dann zunächst eine Zeit lang arbeiten, um die Basislinie zu ermitteln. Erst anschließend kann sinnvoll der nächste Schritt in die Analyse und Optimierung erfolgen.
- Goal First, Technology Second
Bei der Digitalisierung sollte der Fokus nie in erster Linie auf der Technologie liegen, sondern die Herausforderungen, die sie lösen soll. Dazu ist es essenziell, die Zielvorstellung konkret adressieren und intern validieren zu können. Die Technologie wird folglich dem Zweck entsprechend gewählt.