Serie Special: Aufgegleist Supply Chain Fitness auf Schiene

Modern ausgelegte Logistikketten benötigen Eisenbahnverkehrsunternehmen EVU mit europäischem Spirit, Innovationskraft sowie Serviceorientierung. Aktuelle Einblicke aus Sicht der ÖBB-Holding liefern Alfred Pitnik und Bernd Winter.

Das System Schiene im Güterverkehr hat in seinem Streben, nachhaltiges Rückgrat für logistische Leistungen zu sein, bereits große Schritte getan. Der Schienenanteil am österreichischen Gesamtaufkommen liegt heute bei etwas über 28 %, womit Österreich im Vergleich zum Schnitt der EU von 18 % im Spitzenfeld rangiert. Um langfristig zur Supply Chain Fitness beizutragen, ist für EVU europäischer Fokus in Kombination mit nachhaltigen Innovationen nebst erstklassigem Kundenservice entscheidend. Mehr dazu aus Sicht des Marktführers steuern Alfred Pitnik und Bernd Winter von der ÖBB-Holding bei.

Alfred Pitnik
© ÖBB-David Payr

Resilienz plus Performance

Während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, dass die Bahn auch ein wichtiger Garant für eine stabile Basisversorgung ist. Das System Schiene hat daher im Güterverkehr Resilienz samt Leistungsfähigkeit in herausfordernden Zeiten demonstriert. Es wurden zu den Corona-Spitzen kurzfristig die Kapazitäten erhöht sowie rasch individuelle Kundenlösungen generiert, um die Grundversorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft aufrechtzuerhalten. Damit hat der Schienengüterverkehr bewiesen, dass er nicht nur klima- sondern zusätzlich systemrelevant ist.

Diese gute Performance während der akuten Pandemie-Phase will nun klar langfristig sichergestellt werden. „Es ist essenziell, weiterhin smarte Lösungen zu entwickeln und das Geplante auch umzusetzen“, schildert Alfred Pitnik.

30 in 30 in EU

Ein politisch wie kundenseitig immer stärker beachteter Aspekt erfolgreicher Transportkonzepte ist die Nachhaltigkeit der Verkehrsträger. Dies ist notwendig, um die Klimaziele erreichen zu können, was nachhaltig nur durch internationale Zusammenarbeit gelingen wird. Aus diesem Grund ist die Rail Cargo Group der ÖBB auch führendes Mitglied der europaweiten Rail Freight Forward-Initiative. Diese Allianz aus unterschiedlichen Unternehmen des Schienengüterverkehrs hat es sich zum Ziel gesetzt, den Anteil der Bahn am gesamten Frachtvolumen in Europa bis 2030 von derzeit 18 % auf 30 % zu katapultieren. Innerhalb Österreichs soll durch Mittel des Netzausbaus, der Innovation sowie der Digitalisierung die

Bernd Winter
© ÖBB Michael Posch

3 Thesen für den künftigen Erfolg

Die Rail Cargo Group als Güterverkehrssparte der ÖBB ist zweitgrößter Bahnlogistikanbieter in der EU. Sie ist in 18 Ländern aktiv und hat in 2020 auf 45 Millionen Zugkilometern 95 Millionen Nettotonnen an Fracht abgewickelt. Aufgrund der umfassenden Erfahrung sieht der Konzern folgende Key Success Factors für EVU laut Bernd Winter:

  • Kunden- und Serviceorientierung

Um gegenüber dem Straßentransport bestehen zu können, müssen alle EVU ihre Hausaufgaben machen, kundenfreundlicher, effizienter und innovativer werden. Erfolgreiche EVU sind versiert darin, hohe Servicequalität entlang der gesamten Logistik- nebst Beförderungskette darzustellen. Dieser ausgeprägte Dienstleistungscharakter ist Voraussetzung für die zuverlässige sowie pünktliche Verfügbarmachung von nachhaltigen hochqualitativen Leistungen.

  • Innovation durch Digitalisierung

Um den Anforderungen der Zeit stets zu genügen, sind innovative Ansätze im Rahmen der Digitalisierung zu entwickeln und in das Produktportfolio zu integrieren. Hierzu zählen beispielsweise diese Möglichkeiten, nämlich die digitale Trassenbuchung wie auch die fortschrittliche Etablierung von Multimodalität außerdem verstärkt End-To-End-Logistiklösungen anbieten zu können. Verlagerung von der Straße auf die Schiene hilft künftig die Klimaziele zu erreichen.

  • Drive Through Philosophy

Geschichtlich bedingt, die Bahn war früher ein wesentlicher Teil des militärischen Systems, ist das europäische Schienennetz mit all seinen verschiedenen Vorschriften plus Bestimmungen noch immer sehr fragmentiert. Diese Barrieren gilt es abzubauen, um den Bahntransport zu vereinfachen. Die europaweite Drive Through Philosophy will diese Modalität des Gütertransports ohne technische oder sprachliche Barrieren forcieren. Ein mitentscheidender Faktor für die Supply Chain Fitness. EVU tragen dieses Konzept in Rail Freight Forward ganzheitlich, brauchen dazu aber die Unterstützung der jeweiligen nationalen Infrastrukturbetreiber. Darüber hinaus ist speziell die Verkehrspolitik grenzüberschreitend gefordert. Das Ziel: Der Bahntransport muss so einfach wie ein LKW-Transport möglich werden.

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