Serie Special: Aufgegleist Supply Chain Fitness auf Schiene

3 Thesen, 1 Ziel: Die Sicherstellung fitter Lieferketten. Was Eisenbahnverkehrsunternehmen EVU kurz-, mittel- sowie langfristig beachten müssen, um im (Waren)Fluss zu bleiben? Bernd Müller der WLC Wiener Lokalbahnen Cargo gibt prägnant Aufschluss.

Der Schienengüterverkehr hat enormes Zukunftspotenzial in der Erfüllung seines ökologischen nebst ökonomischen Auftrags. Er trägt einen wesentlichen Teil zur Sicherstellung der kontinental-intermodalen Transportketten bei und deckt zudem den weltweiten Austausch von Waren mit dem europäischen Hinterland ab. Auch in Anbetracht der Ökologisierung der Logistik im Rahmen des “Fit For 55”-Pakets der EU sowie des Green Deal erfährt der schienengebundene Transport zunehmenden Aufschwung. Wie Eisenbahnverkehrsunternehmen EVU die Voraussetzungen für reibungslose Logistikprozesse zukünftig schaffen können, erläutert Bernd Müller, Geschäftsführer der WLC Wiener Lokalbahnen Cargo.

Ever (For)Given?

Ein Containerschiff, ein logistisches Bottleneck, wochenlanger Stillstand: Ereignisse wie die Havarie der Ever Given machen sichtbar, wie fragil und eng verzahnt heutige Lieferketten sind. Die Auswirkungen sind Monate nach der Akutsituation weltweit signifikant spürbar, die internationalen Supply Chains verzeihen die Unterbrechung nur zaghaft. Aufgrund seiner im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern relativ hohen Unabhängigkeit, hat sich gezeigt, dass das System Schiene Güterverkehr in Krisensituationen den Warenfluss zwischen großen Hubs aufrechtzuerhalten vermag.

Aus der Praxis: 3 klare Thesen

Bernd Müller

Ganz nach dem Motto „Excellence In Transport“ stellt Geschäftsführer Bernd Müller folgende Thesen für die nachhaltige Zukunftsfähigkeit von EVU in der Gewährleistung umfassender Supply Chain Fitness auf:

1. Kurzfristig – Better Together

Kein EVU kann lediglich mit den eigenen Ressourcen eine komplette Lieferkette abbilden. Kooperationen auf produktioneller Ebene sollten daher im Sinne der Drive Through Philosophy forciert und somit die Interoperabilität mit Partnern durchwegs sichergestellt werden.

2. Mittelfristig – (Re)Liability

Verlässlichkeit, Verbindlichkeit sowie Resilienz sind essenzielle Triebfedern des Erfolgs für EVU. Es empfiehlt sich daher, personelle plus physische Ressourcen bereitzuhalten, sodass durchgängig transportiert und der Warenfluss gewährleistet wird. Stets am Puls der Zeit zu bleiben verringert zudem das Risiko, von äußeren Einflüssen nachteilig abhängig zu sein.

3. Langfristig – Next Generation

Das Motto „Zusammen Wirkungsvoller“ gilt auch im Langfristkontext, denn Generationenthemen sind enorm bedeutungsvoll, benötigen aber ein gemeinsames Einstehen. Nur mit vereinten Kräften können langfristige Ansinnen effektiv ein- und vorangebracht werden. So sollten sich EVU im Verbund beispielsweise für die zukunftsgerichtete Planung der Investitionen in kritische Infrastruktur sowie ein ausgewogenes Verhältnis von Personen- und Güterverkehr einsetzen.

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