Angekommen im Hafen der Nachhaltigkeit

Viel hat sich in den letzten Jahren in Sachen Umweltschutz im Hafen Wien bewegt und die Reise ist noch lange nicht zu Ende. Fritz Lehr und Doris Pulker-Rohrhofer berichten über Nachhaltigkeits-Highlights der trimodalen Logistikdrehscheibe.

In ihrer Rolle als multimodale Verkehrsknotenpunkte tragen europäische Binnenhäfen wesentlich zur Erreichung der Klimaziele bei. Auch der Hafen Wien, größtes Logistikzentrum Ostösterreichs, steht dafür, umweltschonende Maßnahmen hinsichtlich wirtschaftlicher Überlegungen stets miteinzubeziehen. Mit aufmerksamem Blick in die Zukunft werden bei allen Entscheidungen der ökologische Fußabdruck sowie Umwelt plus Gesellschaft nicht aus den Augen gelassen. Entstanden sind zahlreiche bemerkenswerte Nachhaltigkeitsinitiativen, aus denen Fritz Lehr, kaufmännischer Geschäftsführer, und Doris Pulker-Rohrhofer, technische Geschäftsführerin, einige spannende Highlights heute vorstellen.

Die fleißigen Bienen

v.l.n.r. Fritz Lehr, Doris Pulker-Rohrhofer, Felix Munk, Kurt Gollowitzer © Barbara Nidetzky

Seit über 10 Jahren stellt der Hafen Wien dem Stadtimkerprojekt ausgesuchte Teile seiner Gesamtfläche von knapp drei Millionen Quadratmetern zur Verfügung. Die unzähligen Grünflächen bieten stolzen 800.000 Bienen verteilt auf zehn Stöcken geradezu ideale Bedingungen. Im Jahr 2021 wurden im Rahmen dieser Kooperation bereits rund 260 Kilogramm naturbelassener Honig produziert. „Für ein Glas Honig fliegt eine einzige Biene schon bis zu 50.000 Mal. Das ist alles andere als ein Honigschlecken“, schildert Fritz Lehr. Da der Hafen Wien als wichtiges Infrastrukturunternehmen maßgeblich zur Versorgung der Stadt ganzjährig beiträgt, sind die Bienen am Standort eine ideale Ergänzung im Sinne der Nachhaltigkeit.

Übrigens: Menschliche fleißige Bienen konnten heuer (von April bis Oktober) sowie die Jahre davor am Areal unter dem Motto “Garteln ums Eck” aktiv sein. Urban Gardening-Parzellen bieten genügend Platz, um in Eigenregie allerlei Kräuter und Gemüse anzubauen.

Ein grünes Terminal

Bereits seit 2018 wird das von WienCont, einer Tochter des Hafen Wien, betriebene Containerterminal am Standort Freudenau zu 100 % mit grüner Energie aus Wasserkraft versorgt. Bei einem Äquivalent des durchschnittlichen Jahresverbrauches von etwa 300 Einfamilienhäusern werden somit circa 160 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Das Terminal nimmt eine Vorreiterrolle in der Nachhaltigkeit ein, vereint Umweltfreundlichkeit nebst Wirtschaftlichkeit. Zusätzliche Schritte inkludieren die Erstellung einer CO2-Bilanz sowie die Evaluierung der am Standort produzierten vorgelagerten Emissionen. Auch die Möglichkeiten der Neutralisierung vor Ort ausgestoßener Treibhausgase werden geprüft.

Auf der Sonnenseite

v.l.n.r. Peter Hanke, Doris Pulker-Rohrhofer, Fritz Lehr © David Bohmann

Neben Wasserkraft setzt man zudem auf Sonnenenergie in der grünen Stromgewinnung. Außer den zwei bereits in Betrieb befindlichen Anlagen im Hafen Freudenau samt dem Areal HQ7, ist eine weitere aktuell in Bau. „Die Nutzung der Photovoltaik ist ein nachhaltig wichtiger Schritt in Richtung Green Logistics des Hafen Wien. Damit ist es uns möglich, sauberen Strom für den Eigenverbrauch zu produzieren und zur kontinuierlichen Reduzierung der CO2–Emissionen beizutragen“, so Doris Pulker-Rohrhofer. Alleine die Photovoltaikanlage am Dach eines bestehenden Gewerbegebäudes im Areal HQ7 deckt beinahe ein Fünftel des gesamten Standort-Strombedarfs.

Die 1.066 Solarmodule auf einer Fläche von gut 5.500 Quadratmetern könnten umgerechnet 110 Wiener Haushalte ein ganzes Jahr mit Grünstrom versorgen.

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